Firmengeschichte

EINER DER ÄLTESTEN TRANSPORT- UND ERDBEWEGUNGSBETRIEBE

Im Jahr 1886 gründete Georg Schuessler in Augsburg einen Fuhrbetrieb mit Kieshandel.
Der älteste heute erhaltene Branchennachweis ist eine Quittung von 1890: Georg Schuessler hatte mit einem Pferdefuhrwerk Wertachkies nach Margertshausen geliefert. Aufgeladen hat man damals an der „Goggeles-Brücke“, das gesiebte Kiesmaterial wurde in Handkörben auf die Fuhrwerke getragen. Zwei schwere Kaltblüter haben einen Anhänger gezogen. Bis zu vier Kubikmeter konnten aufgeladen werden. Wenn große Steigungen zu bewältigen waren, kamen vier Pferden ins Gespann. Georg Schuessler war mit bis zu 10 Fuhrwerken damals Großunternehmer. Erste motorbetriebene Lastwagen mit den damals üblichen schmalen Vollgummireifen wurden in den 20er Jahren angeschafft und haben bald die Pferdefuhrwerke abgelöst.

Firmengründer Otto Schuessler wurde 1919 geboren. Er hatte 10 Geschwister, von denen einige schon in frühen Jahren gestorben sind. 1937 machte Otto Schuessler den Lastwagen-Führerschein und arbeitete als Lastwagenfahrer im väterlichen Betrieb mit. Sogar Dreiachser mit Tandem-Antriebsachsen von Vomag gab es zu dieser Zeit in der Firma. Aufgeladen und abgeladen wurde immer noch von Hand, Kipper waren damals unüblich. Als mit beginnendem 2. Weltkrieg die zivile Wirtschaft immer weiter schrumpfte und immer mehr
Lastwagen für die Wehrmacht beschlagnahmt wurden, wechselte Schuessler als Fahrer zum befreundeten Transportunternehmer Pius Mayer nach Steppach. Den Krieg überlebte Schuessler als Fahrer eines Nachschubtrupps.

Nach dem Krieg begann Otto mit seinen Brüdern Hans und Franz gemeinsam wieder als Fuhrunternehmer.
Ein Geschäftsfeld war damals Lehmlieferung zur MAN für den Formenbau. Das Material wurde in der eigenen Grube in Biburg mit einem Eimerkettenbagger abgebaut. Ein Dauerauftrag war Transport von „Klinker“-Zuschlagstoffen vom Schwenk-Zementwerk Inntal zu den Schwenk-Werken Allmendingen, Merkelstetten und Blaubeuren. Als Rückladung wurden Zement und Betonsteine aufgenommen. Für verschiedene Haindl-Papierwerke transportierten die Schuesslers Rundholz und Papierballen.1955 wurde der erste Bagger angeschafft, ein Fuchs 300.

1961 trennten sich die geschäftlichen Wege der Schuessler-Brüder.  Franz Schuessler gründete sein eigenes Fuhrunternehmen, das sich mit bis zu 80 Fahrzeugen in späteren Jahren zu einer der größten Fernverkehrs-Speditionen der Region entwickelten sollte.

Otto Schuessler hatte 1945 Maria „Maya“ Wintergerst geheiratet, Sohn Peter wurde 1946 geboren, Werner kam 1951 zur Welt. Ab 1961 (dem Gründungsjahr der heutigen Otto Schuessler GmbH) übernahm Ehefrau Maria, eine gelernte Fotolaborantin, in Ottos eigenem Betrieb das Büro und die interne Organisation. Gearbeitet wurde in diesen Aufbaujahren sehr viel härter und länger, als das heute üblich ist. Familie und Firma waren kaum getrennt. Die beiden Söhne arbeiteten schon in jungen Jahren hart im Betrieb mit. Damit wurde der Grundstein für den Aufstieg des Unternehmens zu einem etablierten Fuhr- und Baggerbetrieb im Raum Augsburg gelegt. Firmensitz war immer schon Diedorf-Lettenbach.

Erdarbeiten wurden in den 60er Jahren ein immer wichtigeres Geschäftsfeld. Schuessler-Maschinen waren damals der fast obligatorische Fuchs 301-Seilbagger, Mengele M30 und MK30-Bagger, Gross „Universalbagger“ UB 400 und UB 550. Der ungewöhnliche dreiachsige
UB 550 war damals einer der größten Mobil-Seilbagger im Raum Augsburg. Es kamen nun Kanalisations- und Straßenbauprojekte als Aufträge herein, Flurbereinigungen wurden ein gängiges Geschäftsfeld, Baugruben-Aushubarbeiten wurden Alltag- alles direkte Folgen des Wirtschaftswunders im Nachkriegsdeutschland.

Schuessler erkannte früh die höhere Leistungsfähigkeit und Arbeitspräzision von Hydraulikgeräten. Ab Mitte der 60er Jahre kamen Hydraulikbagger und Radlader zum Maschinenpark hinzu. Als lokal arbeitende Firma wurden Maschinen von Herstellern aus der Region bevorzugt. Schuessler wurde auf diese Weise zu einem der wichtigsten Kunden von Mengele (Seil- und Hydraulikbagger aus Günzburg) und Frisch/Faun/O&K (Radlader und Hydraulikbagger aus Kissing bei Augsburg). Durch die Internationalisierung der Hersteller werden heute leistungsfähige Maschinen und Fahrzeuge aus Deutschland, Frankreich, Schweden, Japan, Korea und den USA eingesetzt.

Bei fast allen großen Erdbewegungsprojekten im Raum Augsburg war Schuessler nun beteiligt. Große und bekannte Baustellen waren
neben vielen anderen die Olympiaanlagen in München und Augsburg, Hotelturm und Kongreßhalle, das Postfrachtzentrum und die Müllbergsanierung. Auftraggeber sind heute hauptsächlich Baufirmen in und um Augsburg sowie Kommunen und Privatleute.

Peter Schuessler war ein exzellenter Baggerführer auf Seil- und Hydraulikbaggern. Lokale Berühmtheit erlangte er aber durch sein krankheitsbedingtes enormes Körpergewicht. Er starb 1995 an den Folgen seines Übergewichts im Alter von nur 49 Jahren.
Otto Schuessler schonte sich zeitlebens nie, auch als in frühen Jahren noch hauptsächlich Handarbeit gefordert war. Bis kurz vor seinem Tod mit fast 80 Jahren saß er noch täglich im Lastwagen. Er starb nach kurzer, schwerer Krankheit im Jahr 1999.
Maria Schuessler, der Mittelpunkt der Familie, leitete bis 1999 das Büro. Ihr waren noch ein paar Ruhestandsjahre vergönnt, bis sie unerwartet im Jahr 2006 mit 81 Jahren verstarb.

Die nächste Familiengeneration ist längst in die Firma integriert. Werner Schuessler leitet heute zusammen mit seinem Sohn Thomas (Jahrgang 1969) den Betrieb. Dominik Schuessler arbeitet als Fahrer und gehört zum Führungsteam.
Gabriele, Gudrun und Tina Schuessler führen das Büro. Tina Schuesslers  Sohn Kevin zeigt bereits auffälliges Interesse an Baumaschinen- das häufige Nachfolgerproblem in Familienbetrieben scheint es bei der Otto Schuessler GmbH nicht zu geben.

2011 gab es eine große Feier zum 50-jährigen Bestehen der Otto Schuessler GmbH,  auf der Thomas Schuessler in einer bewegenden Rede auch auf die 125-jährige Familienerfahrung mit Erdbewegung und Transporten verwiesen hat.  Zahlreiche Auftraggeber, Mitbewerber, Politiker, Familienmitglieder und Freunde waren zu dem Fest auf dem neuen Firmengelände in Diedorf-Lettenbach
eingeladen.

Tina Schuessler hat Weltmeistertitel als Kickboxerin errungen. Erfolge konnte sie auch als Boxerin und Bodybuilderin feiern. 

zur Website von Tina Schuessler
 

 

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